Uns haben in der letzten Zeit einige Fragen erreicht: Ob wir externe Artikel einkaufen oder doch ein Praktikum anbieten würden. Ob ein Teammitglied einen Workshop geben könne – unbezahlt. Und – insbesondere mit Blick auf die derzeitige Weltlage – weshalb wir uns zu einem bestimmten Thema nicht äußern. Deshalb möchten wir euch auf eine schnelle Tour durch unsere Arbeitsweise, Werte und Grundsätze mitnehmen – und zeigen, wie die Arbeit bei einem Indie-Medium so aussehen kann.
Als Indie-Medium bieten wir keine Praktika an.
Oft müssen wir Mitmach-Anfragen ablehnen, weil wir keine Ressourcen haben. Aber unser Grundsatz bleibt: Wir lassen niemanden für umsonst/massiv unterbezahlt arbeiten. Praktika erhalten ein System aufrecht, das es nur einer ganz bestimmten Gruppe an Leuten ermöglichen kann, am redaktionellen Betrieb teilzuhaben: Die, die es sich leisten können.
Ressourcen, die wir haben, geben wir weiter.
Wir bewerben uns auf Fördergelder – und finanzieren damit Open Calls. In der Vergangenheit sind 100 Prozent der Gelder an angehende (Foto-)Journalist:innen gegangen, die es schwer haben, in der Branche Fuß zu fassen oder zu etablieren. In diesem Sommer folgt noch einmal eine Ausschreibungsrunde. Wer daran teilnehmen möchte, erfährt hier, auf Social Media oder über ein Newsletter-Abo rechtzeitig von der Ausschreibung. Die Ausgestaltung der Calls kann zum Beispiel so oder so aussehen.
Bei uns gibt’s Austausch statt exklusives Wissen.
Wenn extern gefördert, können wir for-free Workshops und Austauschrunden anbieten. Wir teilen unsere Ressourcen gegen kleine Spenden mit Interessierten – und wenn sie es sich nicht leisten können, bekommen sie sie for free. Ja, kleine Initiativen kämpfen um die gleichen wenigen Spenden und Projektgelder. Aber am Ende möchten sie alle einen konstruktiveren Journalismus. Vielleicht ist es Zeit, auf Gemeinsam statt Gegeneinander zu setzen. Nur für vor-Ort oder online durchgeführte Workshops müssen wir ein Honorar nehmen.
Aktuelle und wichtige Themen landen nie hinter einer Paywall.
Bei gezielter Desinformation und Ragebait ist es die Aufgabe von Medienhäusern, ein reliables Gegegngewicht anzubieten. Das schaffen wir nicht, wenn Fakten hinter Bezahlschranken landen. Weshalb wir dennoch einen Steady-Account pflegen? Das haben wir hier ausführlich erklärt.
Weshalb wir manche Ereignisse nicht kommentieren oder einordnen.
Wir verstehen uns nicht als tagesaktuelle Zeitung. Wir sehen uns als Magazin, das bestimmte Themen bebildert, einordnet und vielleicht mal ein wenig länger, später und tiefer hinschaut. Im schnelllebigen Social-Media-Kosmos ist das natürlich kein Erfolgskonzept, aber eines, das wir bitter nötig finden. Deshalb auch der Selbstbeschreibung, als konstruktives Medium, das sich die Zeit nimmt, O-Töne einzusammeln.
Manchmal gibt’s trotzdem schnelle Kommentierungen von uns.
Das betrifft dann meistens unsere Kernthemen, in denen wir eine Expertise oder lang gepflegte und erarbeitete Erfahrung haben. Das betrifft unter anderem Mediendynamiken, die ihr häufig in unseren Instagram-Stories findet.
Unser Ziel ist es, Medienproduktion zu demokratisieren.
Wer sich bei uns mit einem tollen und spannenden Thema meldet – derzeit interessieren uns insbesondere internationale Reportagen und Interviews, Themen rund um eine gerechte Wirtschaft und eine gerechte internationale Zusammenarbeit – den:die können wir bei der Artikelproduktion unterstützen. Unsere Prozesse und Entscheidungen sind transparent. Wenn es unsere Ressourcen zulassen, versuchen wir, Entscheidungen zu erklären.
Noch Fragen? Meldet euch gern via hey[ät]reversed-magazine.com.


