N

Ni una Maricarmen más: Unterstützung für Berichterstattung zu Stadt, Mieten und Wohnen

„Ni und Maricarmen más“ – keine einzige Maricarmen mehr. Das ist der Slogan der aktuellen spanischen Protestbewegung gegen hohe Wohnkosten, steigende Mieten und die Zwangsräumung schutzbedürftiger Mieter:innen – so wie Maricarmen. Das Projekt Wendolin Residency in Bremen von Placemakerin Saskia Behrens hat einen Beutel mit dem Slogan entworfen, um mit den Einnahmen gleichermaßen das Housing-First-Projekt vom Hoppenbank e.V. Bremen zu unterstützen und unsere Berichterstattung zu Stadtpolitik, Mieten und Wohnen.

Hier könnt ihr den Beutel erstehen.

Maricarmen als Symbol der spanischen Proteste gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen

Die 87-jährige Maricarmen lebte 71 Jahre in ihrer Wohnung in Madrid bis eine Immobilieninvestmentfirma ihre Miete um 275 Prozent erhöhte. Dann ließen sie Maricarmen nach ihrem Widerstand zwangsräumen. Im Anschluss wurde sie in völliger Entkräftung direkt ins Krankenhaus eingeliefert. Begleitet von landesweiten Protesten wurde nach langen Verhandlungen mit den Hauseigentümern beschlossen, dass Maricarmen Abascal wieder in ihre Wohnung zurückkehren könne. Im Oktober 2026 verstarb sie im Krankenhaus vor einer möglichen Heimkehr. Zeitgleich scheiterte ein Gesetzesentwurf gegen Zwangsräumungen in Spanien. Maricarmens Verdrängung reiht sich in europaweite Herausforderungen und politischen Unwillen rund um Miet- und Wohnreformen ein. Projekte gegen Verdränung, Mietenwahnsinn und steigende Obdachlosigkeit kommen – wie so häufig – aus der Zivilgesellschaft.

Housing First als Maßnahme gegen Obdachlosigkeit

Die von Saskia Behrens entworfenen Taschen unterstützen unter anderem ein Projekt, das dem „Housing First“-Prinzip folgt. Obdachlose Menschen erhalten zunächst konditionslos Wohnraum. Damit soll das Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf und einem sicheren Raum erfüllt werden. Andere Probleme und Auslöser der Obdachlosigkeit sollen nachfolgend adressiert werden. Während einige Aspekte des Modells, auch aufgrund der Wohnungskrise in Großstädten, manchmal auch kritisiert werden, ist es dennoch nachweislich erfolgreich.

„Bei Housing First steht der Mensch mit seinen (Grund)Bedürfnissen im Mittelpunkt. So wünsche ich mir Gesellschaft. Gemeinsam dafür Wirken einander Halt zu geben, um gesund zu bleiben oder zu werden. Sicher sein zu dürfen und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Zuhause sein, nicht nur gefühlt, sondern so ganz wirklich an einem echten Ort, den es für dich gibt, ist so elementar und unverhandelbare Lebensgrundlage. Das darf niemals einem Renditebestreben untergeordnet sein“, sagt Saskia Behrens.

Ni una Maricarmen más – tragt den Claim nach Draußen

In ihrem Popup-Shop, der noch bis zum 31.10.2026 geöffnet ist, bietet Saskia nun Beutel mit dem Slogan „Ni una Maricarmen más“ an. Sie schreibt: Die Einnahmen gehen zu gleichen Teilen an: Housing first und das Reversed Magazine, denn: Wir brauchen bezahlbare, bedingungslose Wohnräume für alle. Wir brauchen kritischen, unabhängigen Journalismus, der uns hilft Macht(miss)verhältnisse zu sehen, zu verstehen und zu benennen, um diese in Solidarität und gemeinsam ändern zu können“.

Hier könnt ihr den Beutel erstehen.

CategoriesAllgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert