Anders sehen – seeing differently: Wir sind unter anderem mit Reversed gestartet, weil wir zeigen wollten: Über eine konstruktive und professionelle Bildsprache kann der redaktionelle Betrieb viel mehr erreichen als über reinen Text. Bilder transportieren Realitäten, Emotionen, eine ergänzende Seite zum Wort. Jetzt ist 2026: AI Slop dominiert mehr und mehr die Social-Media-Plattformen. Horror-Nachrichten – insbesondere aus den USA – fluten unsere Feeds. Und wir als Medienschaffende, Fotograf:innen und zivilgesellschaftlich Aktive mitten drin. Was können Bilder – unsere Fotos, unsere langen Reportagen, unsere Artikel – in dieser Gemengelage eigentlich noch erreichen? Diese Frage stellen wir uns schon länger.
Dann gingen die Bilder aus dem Weißen Haus von Christopher Anderson viral. Sie brechen mit bewussten und sorgfältig kuratierten Machtinszenierungen. Und zeigen gleichzeitig: Mit gezielter und bewusster Bildsprache können Fotograf:innen und Journalist:innen es immernoch schaffen, in und trotz unserer schnelllebigen Zeit Aufmerksamkeit zu erregen, mit Sehgewohnheiten zu brechen und Gespräche zu initiieren. Das ist wichtig – und dazu wollen wir in unserer dreiteiligen digitalen Austauschrunde Seeing Differently mit euch ins Gespräch kommen.

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Seeing Differently: Was haben wir vor?
Der Movement Hub macht’s möglich: Was bisher häufig interner Austausch war, können wir nun öffnen, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Wir treffen uns am 11.03.26, 18.03.26. und 25.03.26 um 18.30 Uhr online und sprechen über drei Themen; tauschen Erfahrungen und Best Practices aus. Wir identifizieren Potentiale, sprechen über Bildethik, über Aufmerksamkeit und alles, was euch in dem Kontext bewegt. Ob Fotograf:in, Aktivist:in, Journalist:in, Politiker:in, Wissenschaflter:in oder einfach nur Interessiert: Das Projekt lebt von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen. Alle sind willkommen.
Zu folgenden drei Themen möchten wir uns im Rahmen der Seeing Differently-Reihe zusammensetzen:
- No Slop: Sehgewohnheiten im hypervisuellen KI-Zeitalter am 11.03.2026 um 18.30 Uhr. Wir besprechen Strategien, um im Kontext der Zunahme von KI-generierten visuellen Inhalten mit Sehgewohnheiten zu brechen – ohne Effekthascherei oder Grenzüberschreitungen.
- Visuelle Berichterstattung über Protest, Repression und Macht am 18.03.2026 um 18.30 Uhr. Wir stellen Fragen nach nach Quellenkritik und der Vermeidung der Reproduktion polizeilicher Narrative – zum Beispiel im Kontext des Deutschlandfunks und der Proteste in Gießen – sowie wie wir es vermeiden können, in unserer Bildsprache den Schwerpunkt auf Eskalation zu legen, aber diese dennoch wahrheitsgemäß abzubilden.
- Nobody cares? Zwischen Klima und Globalem Süden am 25.03.2026 um 18.30 Uhr: Wie können wir Themen abbilden, die weniger Aufmerksamkeit erhalten? Wir besprechen gemeinsam die Möglichkeiten von ethischer visueller Erzählung von Themen mit geringer medialer Präsenz, die Komplexität und Ambivalenz sichtbar machen, ohne zu moralisieren oder koloniale Narrative zu reproduzieren. Denn während die ganze Welt überproportional auf die USA schaut, sind andere Themen medial und öffentlich schlicht vergessen.

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Organisation
Hier könnt ihr euch für Seeing Differently anmelden. Die Runden finden digital – voraussichtlich bei Jitst – statt und dauern 60 bis 90 Minuten – je nachdem, wie viel Redebedarf wir haben. Unser Team wird locker und mit Verweis auf Ressourcen von Expert:innen durch den Abend moderieren. Es wird keinen Input geben, sondern einen Austausch auf Augenhöhe. Wir schreiben mit und erstellen auf der Grundlage der Abende eine Handreichung und ein kleines for-free-Dokument mit Lessons learned. Ihr könnt an einer, zwei oder allen drei Runden teilnehmen – natürlich umsonst.
Obwohl wir die Runden dankenswerterweise durch den Movement Hub ermöglichen können, arbeiten wir dennoch ehrenamtlich. Wir würden euch deshalb bitten, euch nur dann anzumelden, wenn ihr verbindlich dabei sein könnt. Außerdem behalten wir uns vor, die Anmeldung zu schließen und die Teilnehmendenanzahl zu begrenzen, wenn die Runden zu groß werden. Das ist für uns dann ein Zeichen, dass das Interesse da ist und wir versuchen wollen, sie zu wiederholen.
Wenn ihr euch anmeldet, schicken wir euch rechtzeitig einen Teilnahmelink zu.

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Hier geht es zur Anmeldung.
Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch.
Titelfoto: Timo Krügener.


